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Archive for the ‘Kindermund’ Category

Rabe Socke, Trump und das kluge Kind

In Bücher, Bruder, Kindermund on 31. Januar 2018 at 00:03

Der 4jährigen aus dem Buch „Der kleine Rabe Socke“ vorgelesen. Mich furchtbar aufgeregt, weil der dusselige Rabe ein komplettes Arsch ist. Natürlich dem Kind gegenüber vorsichtig ausgedrückt. Nachdem das blöde Vieh aber alle seine Freunde auf das Übelste beklaut, belogen und gedemütigt hat und die Geschichte dann einfach aufhörte, ohne Moral, wie im richtigen Leben, rutschte mir neben:“watt ne fiese Möpp“ auch heraus,“Boah, der ist wie Trump!“.

Darauf das Kind, ganz in Gedanken:“Weißt du eigentlich, dass wir alle mal sterben müssen?“

Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

Wartezimmer

In Ärgernisse, Kindermund on 28. August 2010 at 19:43

Der beste Sohn von allen hat zwei kaputte Zehen. Der Chirurg im Nachbarort hat ein Wartezimmer. Vermutlich auch kaputt.

Es begab sich in den Ferien, dass alle Welt morgens um acht ins Wartezimmer des Dr.NoName pilgerte, um sich zählen zu lassen. Jedenfalls ist dies eine unserer Vermutungen, warum man so unendlich lange dort hocken muss, bis man endlich zum Dr.NoName gebeten wird, der sich, nach inzwischen der zweiten Behandlung, immer noch nicht bei uns vorgestellt hat.

Da Dr.NoName der Meinung ist, er könne nicht beide Zehen gleichzeitig behandeln, werden wir also noch öfter dort auftauchen. Hier ein kleiner Einblick was bis jetzt geschah:

Zweiter Besuch:

Sohn und ich hocken im Wartezimmer. Bestellt wurden wir für 15.20 Uhr zur „Einschreibung“. Termine gibt es nicht. Oder nur in Ausnahmefällen. 15.15 Uhr, wir sind da, werden als dritter Name auf einer Liste vermerkt, das Wartezimmer ist so gut wie leer.

15.25 Uhr, das Wartezimmer füllt sich, die ersten werden aufgerufen. Wir lesen und starren in die Luft.

Beinah im Minutentakt werden Patienten aufgerufen. Wir nicht. Starren weiter.

Eine Stunde vergeht. Menschen kommen und gehen, manche Patienten setzen sich nach erfolgter Behandlung wieder zu uns ins Wartezimmer und kommen ein zweites Mal dran, Freundschaften werden geschlossen, Ehen bahnen sich an, Kinder werden geboren, es wird Winter und wir sind immer noch nicht dran.

Dann: Louis-Kevin betritt den Raum. Ca. einen strammen Meter groß durchpflügt er das Wartezimmer auf dem Weg zu den Kinderbüchern. Seine Mutter hinter ihm:

Louis-Kevin, da hinten sind Bilderbücher, Lous-Kevin, bitte zieh Deine Jacke aus, Lous-Kevin, SO NICHT!

Was war geschehen? Louis hatte im direkten Reagieren auf die mütterlich Ansage, noch im Gehen, seine Jacke vom kindlichen Körper gerissen (dabei natürlich auf links gedreht) und sie mitten im Raum fallen lassen.

Tja, verschätzt. Er muss seiner, die Jacke aufhebenden Mutter, zur Garderobe folgen und schaut dort, nachdem sie ihm einen Bügel in die Hand gedrückt hat, mit stoischem Blick auf die, mindestens 210 cm hohe, Garderobenstange. Seine Mutter merkt erst viel später, dass ihr Kind vom Jacke Aufhängen nicht zurück kommt und hilft dann doch noch.

Wir sitzen und starren weiter. Sohn versucht herauszubekommen, nach welchen System hier aufgerufen wird.

  • nach Name – keine Chance, es waren alle möglichen Buchstaben bereits dran, unsere auch
  • nach Vorname – nee, zu viele Herr und Frau
  • nach Größe – kann sein, Louis-Kevin ist dran und Sohn ist definitiv größer. Warten wir es ab …

Louis-Kevin ist wieder da und kann gehen. Der nächste Patient ist einer, der vorhin schon dran war. Wir haben eine Chance.

Nein, doch nicht. Frau mit schreiendem Baby ist dran. Kleiner.

  • nach Krankheit, sortiert von A-Z – Nein, unser Zehenproblem nennt sichUnguis incarnatus oder Onychocryptosis oder entzündeter Nagel oder Aua am Zeh, wir hätten schon dran sein müssen
  • nach Lust und Laune
  • nach Höhe des Trinkgeldes
  • nach Fibonacci

Keine Ahnung, wir sind jedenfalls nie dran. Das Wartezimmer verhält sich wie die Gezeiten der Nordsee, es wird leer und füllt sich wieder. Wir finden heraus, dass junge Menschen die Gruppenpraxis betreten, aber nur uralte sie wieder verlassen – und fangen an die nächsten Jahre zu planen.

Ich gehe nachfragen und es heißt:

Ja, ihre Karte ist die nächste, kommen Sie bitte gleich mit.

Ich drehe mich um und gehe frustriert zurück, nur um einen Moment später zu begreifen, was mir eben gesagt wurde!

Sohn, rasier Dich und komm her – wir sind dran!

Da Sohn wegen der langen Wartezeit eh aus seinen Klamotten herausgewachsen ist, zieht er schon mal den Schonschuh aus und wir warten weiter.

Schwester X packt den Zeh aus, wir warten. Dr. NoName kommt, tippt auf den Zeh, meint er hätte das gut gemacht, sagt, für den zweiten Zeh bekämen wir einen Termin (JUHU!) und verschwindet. Wir warten. Schwester X klebt ein Pflaster auf und wir dürfen gehen. Unfassbar. Nur knappe 3 Stunden auf das großartige Ereignis des Zehantippens gewartet – wir freuen uns auf das nächste Mal!

Beim Arzt gewesen

In Alter, Kindermund on 18. Januar 2010 at 18:29

und alles gut. Irgendwie. Und irgendwie auch wieder nicht. Und das kam so:

Werde mit Flyer ins Wartezimmer geschickt, obwohl ich gleich bei Flyerübergabe gesagt habe, dass ich nix ankreuzen werde von den Zusatzuntersuchungen, weil ich mir die nicht leisten kann.

Kreuzen Sie dann überall Nein an, wir müssen den einscannen.

mehr lesen…

Damals…

In Kindermund on 19. Juni 2009 at 02:08

…als meine Kinder noch klein waren, dachte ich, es sei eine gute Idee und die Pflicht einer jeden guten Mutter, meinen Kindern etwas vorzusingen.

Ich setzte mich also an die kleinen Bettchen und begann mit einer hingebungsvollen Version von „Der Mond ist aufgegangen“ als das glockenhelle Stimmchen meiner Tochter erklang:

– Mama?

– Ja, Schatz?

– Nicht singen, bitte.

Wie schon damals enthalte ich mich jetzt jeglichen Kommentars und denke an meinen Vater, der angeblich nur einmal in seinem Leben halböffentlich gesungen hat, nämlich „Hänschen Klein“ und das auch noch unter dem Tisch sitzend. Gene eben.

Du musst mich sehr hoch halten

In Kindermund on 18. Juni 2009 at 15:45

Gern wird mir Kindermund mitgeteilt. Zu diesem Zwecke haben meine Lieblingsfreundinnen und ich diverse Kinder in unserer Umgebung verteilt. Ich natürlich in der weiteren, die anderen in der näheren.

Umgebung.

Ein gar entzückender Kindermund sprach folgendes:

Kind: Ich muss mal.

Lieblingsfreundin: Dann komm mit, ich zeig Dir das Klo.

Kind: O.k.

Lieblingsfreundin: Mist, das Klo ist kaputt, wir gehen einfach hinter den Busch.

Kind: O.k.

Lieblingsfreundin: Ich kann Dich abhalten (Verständige wissen hier wie das gemeint ist)

Kind: Du musst mich sehr hoch halten, weißt Du? Ich piescher nämlich sehr hoch!

Großartig, oder?