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Archive for the ‘Ärgernisse’ Category

Wartezimmer

In Ärgernisse, Kindermund on 28. August 2010 at 19:43

Der beste Sohn von allen hat zwei kaputte Zehen. Der Chirurg im Nachbarort hat ein Wartezimmer. Vermutlich auch kaputt.

Es begab sich in den Ferien, dass alle Welt morgens um acht ins Wartezimmer des Dr.NoName pilgerte, um sich zählen zu lassen. Jedenfalls ist dies eine unserer Vermutungen, warum man so unendlich lange dort hocken muss, bis man endlich zum Dr.NoName gebeten wird, der sich, nach inzwischen der zweiten Behandlung, immer noch nicht bei uns vorgestellt hat.

Da Dr.NoName der Meinung ist, er könne nicht beide Zehen gleichzeitig behandeln, werden wir also noch öfter dort auftauchen. Hier ein kleiner Einblick was bis jetzt geschah:

Zweiter Besuch:

Sohn und ich hocken im Wartezimmer. Bestellt wurden wir für 15.20 Uhr zur „Einschreibung“. Termine gibt es nicht. Oder nur in Ausnahmefällen. 15.15 Uhr, wir sind da, werden als dritter Name auf einer Liste vermerkt, das Wartezimmer ist so gut wie leer.

15.25 Uhr, das Wartezimmer füllt sich, die ersten werden aufgerufen. Wir lesen und starren in die Luft.

Beinah im Minutentakt werden Patienten aufgerufen. Wir nicht. Starren weiter.

Eine Stunde vergeht. Menschen kommen und gehen, manche Patienten setzen sich nach erfolgter Behandlung wieder zu uns ins Wartezimmer und kommen ein zweites Mal dran, Freundschaften werden geschlossen, Ehen bahnen sich an, Kinder werden geboren, es wird Winter und wir sind immer noch nicht dran.

Dann: Louis-Kevin betritt den Raum. Ca. einen strammen Meter groß durchpflügt er das Wartezimmer auf dem Weg zu den Kinderbüchern. Seine Mutter hinter ihm:

Louis-Kevin, da hinten sind Bilderbücher, Lous-Kevin, bitte zieh Deine Jacke aus, Lous-Kevin, SO NICHT!

Was war geschehen? Louis hatte im direkten Reagieren auf die mütterlich Ansage, noch im Gehen, seine Jacke vom kindlichen Körper gerissen (dabei natürlich auf links gedreht) und sie mitten im Raum fallen lassen.

Tja, verschätzt. Er muss seiner, die Jacke aufhebenden Mutter, zur Garderobe folgen und schaut dort, nachdem sie ihm einen Bügel in die Hand gedrückt hat, mit stoischem Blick auf die, mindestens 210 cm hohe, Garderobenstange. Seine Mutter merkt erst viel später, dass ihr Kind vom Jacke Aufhängen nicht zurück kommt und hilft dann doch noch.

Wir sitzen und starren weiter. Sohn versucht herauszubekommen, nach welchen System hier aufgerufen wird.

  • nach Name – keine Chance, es waren alle möglichen Buchstaben bereits dran, unsere auch
  • nach Vorname – nee, zu viele Herr und Frau
  • nach Größe – kann sein, Louis-Kevin ist dran und Sohn ist definitiv größer. Warten wir es ab …

Louis-Kevin ist wieder da und kann gehen. Der nächste Patient ist einer, der vorhin schon dran war. Wir haben eine Chance.

Nein, doch nicht. Frau mit schreiendem Baby ist dran. Kleiner.

  • nach Krankheit, sortiert von A-Z – Nein, unser Zehenproblem nennt sichUnguis incarnatus oder Onychocryptosis oder entzündeter Nagel oder Aua am Zeh, wir hätten schon dran sein müssen
  • nach Lust und Laune
  • nach Höhe des Trinkgeldes
  • nach Fibonacci

Keine Ahnung, wir sind jedenfalls nie dran. Das Wartezimmer verhält sich wie die Gezeiten der Nordsee, es wird leer und füllt sich wieder. Wir finden heraus, dass junge Menschen die Gruppenpraxis betreten, aber nur uralte sie wieder verlassen – und fangen an die nächsten Jahre zu planen.

Ich gehe nachfragen und es heißt:

Ja, ihre Karte ist die nächste, kommen Sie bitte gleich mit.

Ich drehe mich um und gehe frustriert zurück, nur um einen Moment später zu begreifen, was mir eben gesagt wurde!

Sohn, rasier Dich und komm her – wir sind dran!

Da Sohn wegen der langen Wartezeit eh aus seinen Klamotten herausgewachsen ist, zieht er schon mal den Schonschuh aus und wir warten weiter.

Schwester X packt den Zeh aus, wir warten. Dr. NoName kommt, tippt auf den Zeh, meint er hätte das gut gemacht, sagt, für den zweiten Zeh bekämen wir einen Termin (JUHU!) und verschwindet. Wir warten. Schwester X klebt ein Pflaster auf und wir dürfen gehen. Unfassbar. Nur knappe 3 Stunden auf das großartige Ereignis des Zehantippens gewartet – wir freuen uns auf das nächste Mal!

Leihhund reloaded

In Ärgernisse, Lieblingsfreundinnen on 21. März 2010 at 12:12

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Sonntag:
Lange geschlafen, alle. Um Nacktdiskussion aus dem Weg zu gehen, Bademantel über und raus. Nachbar direkt im Garten nebenan. Was soll’s, der ist letzte Woche im Oberhemd und Unterhose durch seinen Garten gelaufen, dabei hat er nicht mal einen Hund.

Während Leihhund draußen Geschäfte tätigt, pennt weltbester Hund noch immer. Dachte ich. Schalentier hat in der Zwischenzeit auch Geschäfte erledigt – alle. Im Flur, im Bad und im Wohnzimmer. Von wegen, die kann auf Laminat nicht laufen. HA!

So fängt der Tag ja schon mal klasse an.

Hier ein Gleichberechtigungsfoto vom Schalentier…

Schlafende Hunde…

In Ärgernisse, Lieblingsfreundinnen on 21. März 2010 at 00:26

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…soll man nicht wecken. Wichtiger finde ich: weckende Hunde sollten schlafen!

Wieder ein erstes Mal

In Ärgernisse, Lieblingsfreundinnen on 28. Februar 2010 at 13:47

Neulich beschrieb ich schon meine neue Lust daran, Dinge zum ersten Mal zu tun (erstes mal). Es geschah wieder: ich fuhr mit dem Käsejunkie locker auf der Autobahn, als plötzlich das Batterielämpchen nach Aufmerksamkeit gierte. Käsejunkie schaut im Handbuch nach und noch während des Vorlesens „Suchen Sie umgehend eine Mazda-Werkstatt auf„, gesellte sich das Airbaglämpchen dazu. Käsejunkie rast im Handbuch weiter „Suchen Sie umgehend eine Mazda-Werkstatt auf„, da leuchtet das ABS-Zeichen „Suchen Sie umgehend eine Mazda-Werkstatt auf“ als gäb es kein Morgen.

Die Vorstellung, mitten auf der Autobahn, an einem Sonntag Nachmittag, zu erleben wie erst die Batterie mich verlässt und dann der Airbag auslöst während das ABS greift, machte mich leicht nervös bis ABSOLUT PANISCH!

Wir fuhren also einfach die nächste Ausfahrt raus und schon am Ende der Ausfahrt fing der Wagen an, sich aus allem Weiteren rauszuhalten. Motor aus. Schluss.

Und nu?

Weiß auch nicht.

An die Seite schieben, wa?

Besser iss.

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Der Rhythmus hat sich geändert

In Ärgernisse, Lieblingsfreundinnen on 12. Januar 2010 at 19:28

Es tropfte schneller. Ganz  plötzlich. Jetzt hat es aufgehört, ich weiß allerdings nicht, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.

Das Dach der Gaube im Badezimmer ist kaputt. Schon länger und jaaa… ich weiß, ich muss da was machen. Aber nix ist umsonst und bisher konnte ich mir sowas nicht leisten. Heute morgen änderte sich aber beunruhigenderweise der Tropfrhythmus. Plötzlich machte es platsch platsch platsch im Eimerchen, das im Bad wohnt; statt Plotz…..plotz…..plotz…

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Neuer Mac, neues Glück. Und beim Bleigießen immer das Gleiche.

In Ärgernisse on 2. Januar 2010 at 20:25

Jaha, ich bin unter die Mac-User gegangen! Oder nennen die sich Mackies? Er ist sooo schön und sooo klein und hach…ich mag ihn. Merkwürdige Tastenkombinationen werden von mir verlangt, neuartige Dinge tun sich auf, meine gesamte Intuition verlagert sich. Aufs Design. Ist es hübsch, so ist es gut und wird funktionieren. Neuer Glaubenssatz für 2010.

Zurück zur Überschrift, zweiter Teil. Meine Damen und Herren, kann es sein, dass die Bleigieß-Mafia dafür sorgt, dass ich Jahr um Jahr immer und immer wieder Sperma gieße? Also genauer gesagt, dass mein gegossenes Blei immer die Form eines agilen Spermiums ergibt?

Das muss doch etwas bedeuten. Ich entschied mich dieses Jahr, es folgendermaßen zu interpretieren:

Und es wird kommen ein Spermienträger. Und er wird hübsch sein. Und er wird gut sein und funktionieren.

In diesem Sinne.

Wie ich mal mit Amelie Fried flog

In Ärgernisse, Lieblingsfreundinnen on 11. Dezember 2009 at 20:49

Die Freundin ruft zum Thanksgiving Dinner und natürlich sagt man zu. Da besagte Freundin in der Nähe von München lebt, muss der Flieger her zum Transport. Die Singlefrau an sich freut sich ja über viel und denkt sich, Flugzeug = Singlebörse.

Am Abend vorher wird eingecheckt und die Nacht verträumt mit der Vorstellung des kommenden Sitznachbarn. Wie wird er sein? Da bei dem letzten Flug zu besagter Freundin die entsprechenden Sitznachbarn komplette Nieten waren, ist die Angst groß.

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Nimm Dir nichts vor, dann schlägt Dir nichts fehl.

In Ärgernisse, Beziehungen on 21. November 2009 at 23:11

Das hat, auf plattdeutsch, meine Oma immer gesagt, um mich vor Enttäuschungen zu bewahren. Tja Oma, was aber wenn andere einen enttäuschen? Was tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen – es wackelt der Olymp. Noch so eine Spruch…

Vielleicht hilft es solche Sprüche zu sammeln, irgendwo ist ja immer ein wahrer Kern und ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn und überhaupt…

Also los, was kennt ihr?

Boah, das nervt…

In Ärgernisse on 13. November 2009 at 11:46

sag ich mir manchmal und meistens ärgere ich mich dann über mich selbst. Geb ich ja zu. Rennradfahrer aber nerven einfach so. Vor allem, wenn sie im November immer noch die Strecke (Bundesstraße) fahren müssen, die sie irgendwann im Sommer einmal in irgendeinem doofen Amateurrennen fahren dürfen….urgs.

Und mal ehrlich, mir geht auch das Brimborium um Enke auf die Nerven. Ich hab gar keine Ahnung gehabt wer das ist. Trauerfeier im Stadion? Na, wer’s mag…

Milch, deren Verpackung nicht so aufgeht wie versprochen – die nervt!

CD-Hüllen!

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Kindergelderhöhung

In Ärgernisse on 1. November 2009 at 12:04

Ach, was ich noch sagen wollte: tolle Idee – Kindergeld erhöhen.

Blöd nur, dass es bei Hartz IV Empfängern nicht ankommt, weil es angerechnet wird.

Und bei Alleinerziehenden, die Unterhaltsvorschuss bekommen müssen, weil (in den meisten Fällen) die „Herren der Schöpfung“ nicht zahlen wollen, die Erhöhung auch voll angerechnet wird, also nicht bei den Kindern ankommt.

Oh, und die anderen Alleinerziehenden bekommen von den 20 Euro nur die Hälfte, weil das Kindergeld zur Hälfte beim Kindesunterhalt angerechnet wird.

Aber für Vermögende klappt es. Welch ein Glück.