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Ein Morgen mit Frau B. aus H.

In Uncategorized on 30. Oktober 2018 at 11:02

Zwischen 9 und 10 soll eine Lieferung auf Palette mit Hubwagen ankommen. Ich muss dem Fahrer sagen wohin damit.
8:15 Uhr, Swani sitzt bereit, kocht sich aber noch in Ruhe einen Kaffee.

9:15 Uhr, der Kaffee wirkt. Wer Swani kennt, weiß, dass sie sich weigert zum Klo zu gehen, da ja jeden Moment der Fahrer kommen kann.

9:25 Uhr, auf der Straße kommt ein LKW, Swani geht auf den Balkon, um zu gucken. Er ist es nicht.

9:26 Uhr, die Hunde sind mit auf den Balkon gegangen und denken sich, ach wenn wir schon mal aufgestanden sind … Swani erklärt „nein, wir warten auf den LKW, der kommt bestimmt gleich, dann könnt ihr mit raus.“

9:35 Uhr, die Blasen drücken. Swani vergewissert sich, dass der Fahrer ihre Handynummer hat, für alle Fälle.

9:45 Uhr, der Piratenhund beschließt nicht mehr zu warten, geht in den Flur und kratzt an der Tür. Damit die Tür nicht zu Schrott wird, geht Swani mit den Hunden in den Garten, Handy in der Hand.

9:47 Uhr, das Hundegepiescher animiert.

9:48 Uhr, Swani denkt sich „müsste ja mit dem Teufel zugehen …“ und rennt hoch aufs Klo. Hunde spielen im Garten.

9:50 Uhr, Swani, grade eben Po hoch vom Klo bekommt einen Anruf, Handy ist glücklicherweise mit im Bad. Omma2.0 ist völlig PANISCH am Apparat „Deine Lieferung ist da, du musst GANZ SCHNELL kommen!“

9:51 Uhr, Swani denkt, der LKW Fahrer will wieder abhauen und rennt mit fliegender Büx aus der Wohnung. Fahrer steht seelenruhig und wartet.

9:52 Uhr, Pflegedienst blockiert die Einfahrt.

9:54 Uhr, Pflegedienstauto wird zur Seite gefahren, LKW Fahrer lädt ab.

9:55 Uhr, Lieferung steht am vorgesehenen Platz.

9:56 Uhr, Swani geht zu ihrer Haustür. Zu. Schlüssel steckt von innen. Hunde spielen im Garten.

9:57 Uhr, kontemplative Stille.

10:00 Uhr, mit dem Reserveschlüssel geht das Schloss tatsächlich nicht auf, wenn der Schlüssel steckt.

10:01 Uhr, die Hunde wollen rein, der Piratenhund kratzt an der Tür.

10:03 Uhr, Nachbarn bilden Menschentrauben, um dem Schauspiel zuzusehen, Swani trägt eine vieeeeele Meter lange Leiter zum Balkon.

10:05 Uhr, die optimale Leiterposition wird bestimmt, nicht einfach, da das Balkongeländer marode ist und jederzeit in verschiedene Richtungen nachgeben kann.

10:07 Uhr, Swani denkt kurz an ihre Freunde bei der Feuerwehr …

10:08 Uhr, selbst ist die Frau. Der Pflegedienst verabschiedet sich „oh weia, was ist denn? Ach, Balkontür ist offen? Dann ist ja gut. Tschüß!“

10:09 Uhr, Swani versucht, die Leiter fest in den Boden zu rammen.

10:10 Uhr, Spiderman ist ein Witz gegen die Anmut, mit der die Leiter erklommen wird.

10:11 Uhr, das Unternehmen stockt, der dochnichtsospidermanmäßige Körper muss über die Brüstung. Ungeahnte Gottgläubigkeit setzt ein.

10:13 Uhr, der Piratenhund hat sich fast durch die Haustür gekratzt.

10:15 Uhr, die Schwerkraft siegt, Swani plumpst … auf den Balkon! Alles ist gut, die Balkontür ist offen, die Hunde können rein, der Schlüssel wird in die Hand genommen, die Leiter zurückgebracht.

10:20 Uhr, Was lernen wir daraus? Das Wetter wird gut heute, Swani war ganz oben auf der Leiter!

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Nur schnell rausgehen …

In Uncategorized on 9. September 2018 at 23:00

Es ist spät, ich will ins Bett. Damit die Hunde mich Nachts nicht wecken, sollen sie vorm Schlafengehen noch schnell in den Garten zum Pieschern. So weit, so gut.

Ich selber muss auch mal, allerdings guckt Hund Nr.2 schon ganz wässrig und die Gute pieschert seit zwei Tagen wieder in die Wohnung. Hund Nr.1 lauert wichtig an der Tür zum Treppenhaus. Da ich schon im Bad war und ohne Klamotten bin, also schnell Bademantel über und Treppe runter, Tür auf, Hund Nr.2 läuft raus, Hund Nr.1 … steht oben an der Treppe und glotzt.

„Komm, schnell rausgehen!“, locke ich flüsternd. Omma2.0 liegt hinterm benachbarten Fenster und muss ja nicht alles mitkriegen. Hund glotzt. Mit unglaublich niedlich nach vorn hängenden Öhrchen. Bewegt sich aber kein Stück.

„KOMM JETZT“, brüllflüstere ich und bin genervt. Hund Nr.1 kriegt Schiss, dreht sich um und geht zurück in die Wohnung. „Verdammte Axt, komm her, du sollst doch nur pinkeln“, flöte ich verzweifelt. Im Bademantel. Im Garten. Hundekopf kommt um die Ecke und glotzt weiter mit Schnuffelohren die Treppe hinunter. Ich muss lachen, Hund freut sich. „Ava, komm, rausgehen! … Fräulein Ava, kooooomm!“ Sie kommt endlich die Treppe hinunter und geht raus.

Mittlerweile muss ich echt dringend, aber jetzt geht es ja schnell. Hund2 dürfte längst fertig sein und Hund1 weiß jetzt, was zu tun ist.

Denkste! Beide verschwinden in der Hecke und sind weder zu sehen, noch zu hören. Ich stehe mit gekreuzten Beinen vor der Haustür. „Was macht ihr da? Kommt raus, ihr sollt Pieschern. Wir wollen Schlafen gehen!“

Nix. Kein Mucks. Zwei riesige irische Wolfshunde von einer Hecke verschluckt und vermutlich in Narnia ausgespuckt. Jedenfalls sind sie weg. Ich überlege, ob ich mich einfach selber in den Garten hocke, oder wieder nach oben laufe, um aufs Klo zu gehen und dann wieder runter und mit den Hunden wieder rauf. Zu faul. Die müssen da ja mal wieder rauskommen.

„Ava, Zoë, verdammich, was soll das? Kommt jetzt!“, presse ich hervor und siehe da, sie springen wie Kastenteufel aus der Hecke und bolzen fröhlich durch den Garten. Dann stehen sie beide, vorne geduckt, Hintern hoch auf dem Rasen und starren mich an. Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. I lose.

Ich versuche, sie nach oben zu scheuchen, renne wie ein wildes Huhn wieder zurück zur Tür, da mir einfällt, dass der Schlüssel innen steckt und ich für immer draußen pinkeln muss, wenn die Tür jetzt zuschlägt, stolpere dabei über die Stufe im Garten, werde von fröhlich umherspringenden, völlig außer Rand und Band befindlichen 80kg Hunden umspielt und erreiche mit knapper Not die Tür kurz vorm Zufallen.

Meine Akrobatik inspiriert die Hunde zu einer wilden Jagd quer durch mein neues Blumenbeet und rund herum um die Wäschespinne. Ich bin kurz vorm Heulen, was immerhin die Pinkelproblematik erleichtern würde und stapfe, „Ihr seid ja völlig bescheuert“ murmelnd nach oben.

Während ich auf dem Klo bin, höre ich zwei fröhliche Hunde mit Dreckpfoten die Treppe hochkommen und leise flüstern:“Der haben wir es aber gezeigt, morgen dürfen wir bestimmt gleich ins Bett. -Ja, oder sie pinkelt doch noch in den Garten!“

Ob sie sogar noch abgeklatscht haben, ist nicht überliefert. Blöde Köter ;-), gute Nacht!

Luz

In Uncategorized on 7. September 2018 at 20:54


Sie war Frau Luz Ifer, oder für eine Freundin auch Frau Lu Ziffer 😉. Sie war immer eigen, eine ganz und gar typische Katzendame. Sie empfand Hunde als Belästigung und unter ihrer Würde, sie hasste Tierärzte und hat wohl auch deshalb entschieden, am Ende ohne auszukommen.Sie hat mir genau gezeigt, dass ihr Ende naht, hat Zeit und besonderes Futter und Aufmerksamkeit eingefordert, sie hat den Hunden die Stinkepfote gezeigt und mich komplett vereinnahmt und das war ihr gutes Recht. Ich bin ihr dafür dankbar und hab ihr zur Seite gestanden bis zum letzten tiefen Schnaufer. Wir haben uns unserer Liebe zueinander versichert und solch ein überragendes Geschenk ist typisch Madame Luz. Wir hatten noch gemeinsamen Sonnenschein und Wind und Regen und Nacht und Tag und bis zum Ende Zeit auf dem Sofa. Sie ist in meinen Armen eingeschlafen.



Heute hat sich Luz aufgemacht, über die Regenbogenbrücke zu stolzieren, mit erhobenem Schwanz und drüben eine eigene Abteilung zu eröffnen als „Herrin der Katzen“hölle“, weil ihr der Himmel garantiert zu langweilig wär. 

Mach’s gut, du wirst mir fehlen ❤️😢

#FiftyShadesOfEaster

In Uncategorized on 2. April 2018 at 02:29

Klappern in der Küche

In kurz&knapp, Zoë on 18. Februar 2018 at 15:51

gehört. Dort steht noch ein Teller mit einem winzigen Rest Salatsauce und ein paar Gurkenscheiben. Ein Hund fehlt.

Klappern hört auf, Hund kommt mit unschuldigem Gesicht um die Ecke.

Ich so:“Hauch mich mal an … “
Ich amüsier mich auch mit mir selbst!

Rabe Socke, Trump und das kluge Kind

In Bücher, Bruder, Kindermund on 31. Januar 2018 at 00:03

Der 4jährigen aus dem Buch „Der kleine Rabe Socke“ vorgelesen. Mich furchtbar aufgeregt, weil der dusselige Rabe ein komplettes Arsch ist. Natürlich dem Kind gegenüber vorsichtig ausgedrückt. Nachdem das blöde Vieh aber alle seine Freunde auf das Übelste beklaut, belogen und gedemütigt hat und die Geschichte dann einfach aufhörte, ohne Moral, wie im richtigen Leben, rutschte mir neben:“watt ne fiese Möpp“ auch heraus,“Boah, der ist wie Trump!“.

Darauf das Kind, ganz in Gedanken:“Weißt du eigentlich, dass wir alle mal sterben müssen?“

Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

Heute kann ich nicht …

In Alter, Ärgernisse, kurz&knapp on 21. Januar 2018 at 14:35

… ich muss den SPD Parteitag im Fernsehen verfolgen. 

Peinliche Schneelieder

In kurz&knapp, Was mir heute besonders gefiel ... on 18. Januar 2018 at 14:29

Nachbarskind rennt ums Haus und singt:“ es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt, die Welt …

Ich steige mit ein und gröle:“sieht wie gepudert aus!“ Gnihihihihih.

Man muss die Kleinen langsam an Zweideutigkeiten heran führen. 

Liebe ist …

In Ava, Ärgernisse on 15. Januar 2018 at 18:04

… wenn dein Hund dir mitteilt, dass es 18 Uhr ist und er umgehend gefüttert werden muss, weil er sonst unverzüglich verhungert tot umfällt.

Also das ist der dramatische Teil der Liebe. Der liebevolle Teil beinhaltet dich, am Tisch sitzend, mit deinem vollen Wasserglas in der Hand und eine Hundeschnauze. Ungestüm, dein Name ist Ava. Sie macht das ganz perfide. Erst wird sich nur genähert, Dackelblick, Magenknurren, lieeeeeber Hund wird simuliert.

Du denkst noch, ach ist sie süß und wendest dich ihr zu. Redest mit zuckersüßer Stimme auf sie ein:“ja, mein Schatz, ich mach das hier eben noch zuende und dann gibt es was. Du musst noch einen kleinen Moment waaaarten. Geh auf deinen Platz.“

Sie ist auf ihrem Platz. Jetzt. Bevor sie sich dahin geflüchtet hat, weil ich wie Rumpelstilzchen durch die Wohnung gehüpft bin, hat sie mit einer ganz und gar lässigen Schnauzenbewegung meinen Arm mit dem vollen Wasserglas, nun sagen wir, beschleunigt. So ein Arm hat, mit dem richtigen Dreh, die Reichweite eines Hochdruckreinigers.

Alles ist nass! Das Tablet, der Tisch, der Stuhl, ich, der Fußboden, die Deckenbalken, die Tapete, die Lampe überm Tisch, die Strickjacke überm Stuhl und, nein, hier irrt der geneigte Leser, der Hund nicht. Sie würde vermutlich trocken unter einem Wasserfall hervorkommen, wenn sie es will.

Die Täterin sitzt trocken und unschuldig blickend auf ihrem Platz und wundert sich. Schaut dabei aus, als würde sie sagen:“Machen wir das morgen mit Kaffee?“

Alles Lüge?

In Alter, Ärgernisse, kurz&knapp, Omma2.0 on 13. Januar 2018 at 23:27

Ich hab‘ volle Elle Rosinen genascht. Wenn ich morgen kein Herpesbläschen an der Lippe bekomme, hat meine Mutter mich jahrzehntelang angelogen.

Update: Ich hab zwar kein Herpes bekommen, aber nachgeschlagen und frustrierenderweise hat die Mutter mit dem Zusammenhang Recht.

Quelle: Link